Ankommen und angekommen

Muslime sind Bestandteil unserer Gesellschaft.

Knapp vier Millionen leben in Deutschland, davon über 70000 mit deutschem Pass. Die Mehrheit ist türkischstämmig. Sie bilden in der Ausstellung einen Schwerpunkt.

Doch muslimisches Leben ist vielfältig. Dazu gehören Muslime aus Bosnien, dem Iran, aus Pakistan oder aus arabischen Ländern, zum Beispiel aus Ägypten, Marokko, Irak, Tunesien, Palästina, und dem Libanon, sowie Deutsche, die zum Islam konvertiert sind. Genaue Zahlen zu benennen ist schwierig, denn statistische Angaben stehen kaum zur Verfügung. Allenfalls nationale Zugehörigkeiten und Herkunftsländer lassen Rückschlüsse zu.

Die religiöse Bindung ist sehr unterschiedlich. Ein kleinerer Teil bezeichnet sich als streng religiös, befolgt die religiösen Gebote und besucht regelmäßig die Moschee. Diese Gruppe unter den Muslimen ist in den vergangenen Jahren gewachsen. Für eine Mehrheit ist die Religion ein wichtiger Aspekt. Die Einhaltung der religiösen Gebote spielt in ihrem Alltag teilweise eine untergeordnete Rolle.

Wie bei vielen Christen auch sind es vor allem die hohen Feiertage, die festlich begangen werden. Doch wer ein Muslim ist, wird nicht nur dadurch bestimmt. Vielmehr gehören dazu kulturelle Hintergründe, Werte und Traditionen, die mit der Religion des Islam zusammenhängen. Ihre Vielfalt erhält die Religion durch die unterschiedlichen Kulturen, in denen sie sich entwickelt hat und gelebt wird. Das kulturelle und gesellschaftliche Umfeld prägt die Religion. 
Der Bau und die Planung von Moscheen unterstreichen, dass Muslime hier angekommen sind. Sie möchten ihre Religion nicht mehr im Abseits der Hinterhöfe, sondern sichtbar und innerhalb der Gesellschaft praktizieren.
Fremdheitsgefühle, Vorbehalte, Ängste und Vorurteile gibt es auf beiden Seiten, bei den Muslimen und Nichtmuslimen.

Demokratisches Zusammenleben benötigt Toleranz zum einen und einen Grundkonsens über gesellschaftliche und demokratische Grundregeln und Gemeinsamkeiten zum anderen.



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